Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2003 | Wissen & Bildung | Bayerischer Rundfunk
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Bilder vom Inneren des Menschen
Paul C. Lauterbur
Für ihre Verdienste um die Diagnostik per Magnetresonanz erhalten der US-Wissenschaftler Paul C. Lauterbur und der Brite Peter Mansfield den diesjährigen Medizin-Nobelpreis. Wie das Nobel-Komitee in Stockholm bekannt gab, machten die beiden Preisträger in den 70er-Jahren bahnbrechende Entdeckungen, die schließlich den Weg für den Einsatz von Magnetresonanz im medizinischen Bereich ebneten.
Sir Peter Mansfield
Der 74-jährige Lauterbur entdeckte dabei die Möglichkeit, zweidimensionale Bilder mithilfe so genannter Gradienten zu erzeugen, die die Stärke des Magnetfelds verändern. Damit konnten Strukturen dargestellt werden, die andere Abbildungstechniken wie etwa Röntgenaufnahmen nicht einzufangen vermochten. Der 70 Jahre alte Mansfield entwickelte die Nutzung von Gradienten im Magnetfeld weiter und zeigte, wie die gemessenen Signale analysiert und als praktikable Abbildungstechnik eingesetzt werden konnten.
Durchleuten von Hirn und Körper
Die Möglichkeit, die inneren Organe des Menschen auf exakte und schonende Weise abbilden zu können, ist von entscheidender Bedeutung für die medizinische Diagnostik, Behandlung und Nachkontrolle.
Wissenschaftliche Erläuterung zur MRT
Die Kernspin-Tomographie, auch Magnet-Resonanz-Tomographie genannt, ist ein Verfahren, das im Gegensatz zu einer Röntgenuntersuchung nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Magnetfeldern und Radiowellen arbeitet.
Atomkerne rotieren dabei in einem starken magnetischen Feld mit einer von der Stärke des Magnetfeldes abhängigen Frequenz. Ihr Energieniveau kann erhöht werden, indem sie Radiowellen mit gleicher Frequenz absorbieren. Wenn die Atomkerne auf ihr ursprüngliches Energieniveau zurückfallen, werden Radiowellen ausgesendet.
Das technische Prinzip wurde 1946 von Bloch und Purcell unabhängig voneinander entdeckt und bald in Physik und Chemie angewandt. 1952 erhielten die beiden Wissenschaftler den Nobelpreis für ihre Entdeckung. Die Weiterentwicklung zu einer Technik in der Medizin, mithilfe derer Bilder erzeugt werden können, wurde zwanzig Jahre später durch Lauterbur und Mansfield vorangetrieben. Praktisch verfügbar ist das Verfahren seit 1984.
Mittlerweile zählt die Abbildung mit Magnetresonanz zu den wichtigsten diagnostischen Methoden in der Medizin. Jedes Jahr werden mehr als 60 Millionen Untersuchungen mit Magnetresonanz-Tomographen durchgeführt. Die MRT ersetzt dabei häufig risikoreiche Untersuchungsmethoden.




